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Petra Wittig, Hebamme und eh. Stillbeauftragte des Berliner Hebammenverbandes e.V. über feedy
:

"feedy begeistert mich. Ich glaube, dass viele Mütter gerne überblick beim Stillen
haben und den bekommen sie mit feedy. Gut finde ich, dass die Uhr nach der Stillzeit
weiter genutzt werden kann."


Häufige Fragen:

Soll ich mein Baby stillen oder die Flasche geben?
Jede Frau kann stillen; oder zumindest annähernd jede. Nicht
mal 5% sind es, denen trotz guter Beratung und bestem Willen
abgeraten wird. Es besteht also eine ziemlich gute Chance
auf eine befriedigende Stillzeit. Generell rät die Weltgesund-
heitsorganisation WHO, Babys mindestens sechs Monate zu
stillen. Viel spricht dafür, Babys weit über ein Jahr zu stillen. 
Wie lange Sie stillen, ist Ihre persönliche Entscheidung, es
hängt davon ab, wie gut es Ihnen und Ihrem Kind dabei geht. 
 

Wie gut ist Muttermilch?
Die natürlichste Nahrung, die ein Baby bekommen kann, ist die Muttermilch. Mutter-
milch ist optimal auf das Kind abgestimmt. Mit der Muttermilch erhält das Baby neben
den Nährstoffen wie z.B. Vitaminen und Mineralstoffen auch die notwendigen Abwehr-
stoffe, die es braucht, um sein Immunsystem aufzubauen; dies schütz das Baby vor
Allergien. Muttermilch ist dem Nährstoffbedarf und dem Wachstum des Babys ideal
angepasst.
In der Regel haben gestillte Kinder weniger Verdauungsstörungen als
solche, die nicht oder nur ganz kurz gestillt wurden, da Muttermilch leichter verdaulich
ist. Muttermilch ist praktisch: Sie ist immer mit dabei, hat die richtige Temperatur und
ist keimfrei. Stillen ist umweltfreundlich, weil keinerlei Verpackung und Transportwege 
notwendig sind. Beim Stillen sparen Sie also Zeit und Geld. Auch für die Mutter selbst
ist stillen vorteilhaft: Beim Stillen geht die Rückbildung schneller vonstatten. Und
nicht zuletzt ist das Stillen ein sehr inniges und über die Ernährung hinaus wichtiges
Erlebnis zwischen der Mutter und ihrem Baby.
 

Für wen ist feedy geeignet?
feedy ist ein Hilfsmittel für mehr Überblick beim Stillen. Ihre Hebamme hilft Ihnen bei
Fragen zum Stillen. feedy zeigt Ihnen, wann und an welcher Seite Sie gestillt haben. 
Wir empfehlen feedy als organisatorische Hilfe für Mütter während der Stillzeit aber
auch später. Auch Väter, Babysitter oder Tagesmütter sehen an feedy, wann sie sich
voraussichtlich wieder die Zeit für die Flaschen- oder Breimahlzeit nehmen.
 
Wie lange sollen die Stillabstände sein?
Welche Stillabstände sinnvoll sind, hängt von vielen Faktoren ab,
zum Beispiel vom Alter und der Konstitution Ihres Kindes. Finden 
Sie Ihren individuellen Rhythmus für sich und Ihr Baby selbst 
heraus; sie werden bald merken, was Ihnen und Ihrem Baby gut
tut - strenge Vorgaben beim Stillen gibt es nicht.
Für jede Mutter ist es hilfreich zu sehen, in welchen Abständen ihr Baby trinkt.
"Kann ich noch eine Aufgabe erledigen oder ist das Baby bald wieder hungrig?". feedy hilft Ihnen, die Stillmahlzeiten zu überblicken: Kleinere Zahl gleich letzte Mahlzeit,
größere Zahl gleich vorletzte Mahlzeit.
 

Welche Brustseite soll ich geben?
Wenn Sie viel Milch haben, reicht es meistens, eine Brust zu geben. Dann kommt beim
nächsten Stillen die andere Seite dran. Viele Mütter, bei denen weniger Milch vorhan-
den ist und das Baby guten Appetit hat, geben beide Brüste. In diesem Fall kommt
beim nächsten Stillen die zuletzt gegebene Brustseite dran, damit diese leergetrunken
wird. Die feedy-Zählwerken zeigen Ihnen, an welcher Brust zuletzt getrunken wurde:
Kleinere Zahl = letzte Brustseite, größere Zahl =  vorletzte Brustseite.
 

Welche Zeit auf den feedy-Zeitmessern entspricht der letzten Mahlzeit?
feedy zeigt Ihnen die letzte und die vorletzte Stillmahlzeit an. Die kleinere Zahl ist die
letzte Mahlzeit (kürzerer Abstand), die größere Zahl steht für die vorletzte Mahlzeit
(längerer Abstand).
 

Wann ist es sinnvoll, die feedy-Zeitmesser zu starten? 
Es empfiehlt sich, die Zeitmesser zu starten, wenn das Baby angelegt wird - einfach
auf den entsprechenden Knopf drücken: Beim Stillen links auf den linken Zeitmesser,
beim Stillen rechts auf den rechten Zeitmesser.

Kann ich an feedy auch ablesen, wie lange mein Baby trinkt?
Ja. Manche Mütter möchten sehen, wie lange das Baby trinkt. Die Zeitmesser werden
beim Anlegen gestartet (linke Brust = linker Zeitmesser, rechte Brust = rechter
Zeitmesser). So genügt ein Blick auf die entsprechende Anzeige, um zu sehen, wie 
lange das Baby an der jeweiligen Brust getrunken hat. Trotz technischem Vorteil von
feedy: Betrachten Sie beim Stillen Ihr Baby - ein säugendes Kind ist ein wundervoller
Anblick.

Was ist nach der Still- und Fütterzeit?
Damit Sie feedy auch nach der Still- und Fütterzeit weitertragen
können, haben wir auf "Babydesign" verzichtet. Die Zeit-
messer im Display können Sie später auf Reisen, beim Sport,
der Arbeit oder in der Küche benutzen; oder zur Einnahme
von homöopathischen Mitteln. Wenn Sie die  Zeitmesser 
nicht benötigen, können Sie die Anzeigen auf dem Display
ausschalten.  feedy bleibt auch dann Ihre außergewöhnliche
Armbanduhr. 
Kann ich feedy auch später fürs Fläschchen oder Brei einsetzen?
Ja, feedy eignet sich gut zum Ablesen der letzten beiden Mahlzeiten - dies gilt natürlich
auch für Brei oder das Fläschchen. Muttermilch ist ja jederzeit startbereit, aber ein Brei
oder eine Flasche müssen vorbereitet sein. Wenn das Baby erst mal weint, scheinen die
Minuten bis zur Fertigstellung der Nahrung eine Ewigkeit. feedy hilft Ihnen dabei, den
zeitlichen Überblick zu bewahren, damit Sie das Essen rechtzeitig parat haben können.
Sie können die beiden Zeitmesser abwechselnd drücken, dann haben Sie die letzten
beiden Mahlzeiten im Überblick.
 

Muss ich mich immer streng nach den Anzeigen von feedy richten?
Nein. Bei aller Liebe zur Technik: Hören Sie auf Ihren Körper und auf das Kind. Wenn
Ihnen Ihr Gefühl etwas anderes sagt als feedy Auskunft gibt, setzen Sie sich über die
Anzeigen hinweg und handeln so, wie Sie es für richtig halten.  feedy ist keine Vorgabe
sondern eine Hilfestellung für mehr überblick.
 

Hat feedy einen Alarm?
Bewusst nicht. Ein Alarm könnte dazu verleiten, nach Plan zu stillen. Besser ist, Ihr Kind
seinen eigenen Stillrhythmus finden zu lassen. Dabei hilft Ihnen feedy

 

Gibt es feedy nur in einem Design?
Bislang gibt es feedy nur in einer Ausführung. Es stehen aber Überlegungen an, weitere
Ausführungen anzubieten. Schreiben Sie uns, wenn Sie entsprechende Wünsche haben,
wir freuen uns über Ihre Rückmeldung. 

Wie kann ich Zwillinge stillen?
Die Milchproduktion richtet sich nach den Trinkbedürfnissen der Babys, genau wie bei
Einzelkindern. Bei Zwillingen kann es gut möglich sein, dass Sie erst mal rund um die
Uhr stillen müssen. Das ist sehr anstrengend, gönnen Sie sich daher so viel Ruhe und
bitten Sie Ihr Umfeld um Unterstützung. Stillen Sie nach Bedarf, wann immer Ihre Babys
Hunger zu haben scheinen. Vielleicht schaffen Sie es nach und nach, die Babys gleich-
zeitig trinken zu lassen, damit Sie nicht den ganzen Tag mit Füttern zubringen müssen.
Falls Ihnen das nicht gelingt, freuen Sie sich darüber, dass Sie für jedes Baby unge-
teilte Aufmerksamkeit haben, was selten genug ist. Wie hilft feedy? Sie können für
jedes Baby eine feedy-Seite (L oder R) benutzen. Dann können einfach ablesen, wann
welches Baby zuletzt getrunken hat.

Arbeiten und stillen?

Wenn Sie wieder arbeiten wollen, können Sie zum Beispiel weiterstillen und für die Zeit
Ihrer Abwesenheit abgepumpte Muttermilch verwenden. Das ist die preiswerteste
Variante. Gut geeignet sind Stillprodukte wie zum Beispiel die Handmilchpumpe von
Medela, die auch gut gebraucht gekauft werden kann (dann gut reinigen). Die Milch kann
gut eingefroren werden. Es gibt spezielle Gefrierbeutel für Muttermilch (mit Skalierung),
günstiger sind jedoch Eiswürfelbeutel; die kann man einfach portionieren, weil immer
nur so viel entnommen werden kann, wie momentan gebraucht wird. Die zweite
Alternative ist, mit der Löffelkost zu beginnen, wenn das Kind alt genug ist. Im "Hand-
buch für die Stillberatung", Hrsg. La Leche Liga Deutschland e.V., 1. Auflage, Sept.
2000, heißt es:
Anzeichen dafür, dass das Baby alt genug für feste Nahrung ist
* es ist in der Lage, aufrecht zu sitzen
* der Zungenstreckreflex, durch den das Baby automatisch feste Nahrung aus dem
 Mund  herausschiebt, hat sich abgeschwächt
* es zeigt Bereitschaft zum Kauen
* es kann selbständig Nahrung greifen und in den Mund stecken
* es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem
Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in
Verbindung bringen lässt.
Bei beiden Alternativen kann daneben nach Bedarf gestillt werden. Auch bei abge-
pumpter Milch oder fester Nahrung hilft feedy zu einem überblick über die Mahlzeiten.

Was tun, wenn mein Baby schreit?
Nehmen Sie das Baby hoch oder setzen Sie sich zu ihm, um es
zu beruhigen. Ist das Baby hungrig, lässt es sich dadurch
bestimmt nicht lange vertrösten. Liegt die letzte Mahlzeit mehr
als zwei Stunden zurück, können Sie die Brust anbieten. Hat 
Ihr Baby erst vor einer Stunde getrunken, wird Hunger wahr-
scheinlich eher nicht die Ursache für sein Schreien sein. Versuchen Sie dann erst mal, das Baby durch sanftes Klopfen
auf den Rücken aufstoßen zu lassen. Unter Umständen
können auch Blähungen die Ursache für das Weinen sein.

Säuglinge können Luft noch nicht gut selbst abführen. Massieren Sie deshalb sanft das
Baby-Bäuchlein im Uhrzeigersinn. Prüfen Sie, ob es richtig gekleidet ist, nicht friert
oder zu warm eingepackt ist. Am Besten fühlen Sie die Temperatur am Nacken oder
am Bauch. Säuglinge verlieren viel Wärme über den Kopf, ziehen Sie Ihrem Baby des-
halb ein Mützchen über. Auch einengende Kleidung wie z.B. enge Gummibündchen
können Unwohlsein verursachen. Prüfen Sie auch, ob die Windel voll ist oder ob der
Po wunde Stellen hat.
 
 

Stilltipps

  • Legen Sie Ihr Kind möglichst früh nach der Entbindung an. Ihre Hebamme zeigt
    Ihnen, wie Sie das Baby am Besten trinken lassen.
     
  • Saugen regt die Milchproduktion an. Je öfter Sie stillen (nicht je länger), desto
    mehr Milch wird gebildet, denn die Nachfrage regelt das Angebot. Stillen Sie Ihr
    Baby nach Bedarf, auch nachts. Das kann am Anfang bis zu zwölf mal sein. Die
    Zeitabstände zwischen den Mahlzeiten verlängert sich nach und nach. Nach ca.
    zwei bis drei Wochen, wenn Sie sich mit ihrem Kind eingespielt haben, sollten die
    Stillabstände mindestens eine bis zwei Stunden betragen. Zu kurze Stillabstände
    dauerhaft unter zwei Stunden können für Mutter und Kind sehr anstrengend sein -
    Sie sind fertig und Ihr Kind ist am Ende überdreht. In den Wachstumsphasen kann
    sich das Kind durchaus häufiger melden. Das kann zwischen dem 7. und 10.
    Lebenstag sein, der 4. und 6. Woche und gegen Ende des 3. Lebensmonats. Ihr
    Kind weiß genau, was es braucht. Legen Sie Ihr Kind in solchen Phasen häufiger
    an, die Milchproduktion passt sich dem Mehrbedarf an. Nach zwei Tagen sollte
    diese Anpassung jedoch geschafft sein.
  • Trinken Sie ausreichend. Am besten, Sie stellen ein großes Glas Wasser neben sich
    und trinken während des Stillens. Auch Früchte- oder leichte Kräutertees sind gut
    geeignet. Sie müssen keine Unmengen zu sich nehmen, aber der Mehrbedarf durch
    das Stillen sollte bei der Flüssigkeitszufuhr berücksichtigt werden.
  • Als Ernährung empfehlen wir möglichst vollwertige Kost, frisches Gemüse,
    Milchprodukte, wenig möglichst mageres Fleisch und kräftiges Brot. Babys reagier-
    en unterschiedlich auf die verschiedenen Speisen, sie werden bald herausfinden,
    ob z.B. Knoblauch ihrem Kind bekommt oder nicht.
  • Gönnen Sie sich und Ihrem Kind in den ersten Wochen Ruhe beim Stillen. Zu viele
    Geräusche lenken Sie und das Kind ab.
  • Schlafen Sie, wenn ihr Kind schläft. Damit holen Sie sich die Kraft, die Sie bestimmt
    noch brauchen werden.
  • Auch die Partner spielen in der Stillzeit eine sehr wichtige Rolle; nicht nur durch
    praktische Hilfe (z.B.: Haushalt, Einkaufen...) sondern vor allem durch Zuwendung
    und Vertrauen.
  • Besuch zu bekommen ist schön. Bitten Sie jedoch Ihren Besuch, die Zeit auf ein
    geringes Maß zu beschränken. Und warum sollte der Besuch Kaffee und Kuchen
    nicht mal selbst mitbringen und hinterher gleich wieder Ordnung machen?
  • Stimmungsschwankungen schon während der Schwangerschaft aber auch in der
    Stillzeit sind normal. Wenn Sie befürchten, dass Ihnen alles über den Kopf wächst,
    nehmen Sie angebotene Hilfe an. Und beschränken Sie den Haushalt und alle
    anderen organisatorischen Dinge auf das Notwendigste.
  • Genießen Sie die intensive Zeit beim Stillen mit ihrem Kind. Stillen fördert die innige
    Mutter-Kind-Bindung durch den zärtlichen Hautkontakt. Ihr Kind fühlt sich an der
    Brust geborgen. Sie geben Ihm Wärme und die Vorstellung, das Bestmögliche zum
    Gedeihen Ihres Kindes beizutragen, stärkt das Selbstvertrauen. Es ist ein gutes
    Gefühl zu wissen: Durch meine Brust wird mein Baby genährt. 

Wir haben diese Tipps in Zusammenarbeit mit ärztInnen und Stillberaterinnen
für Sie erstellt. feedy ersetzt nicht den fachlichen Rat einer Stillberaterin. Wenden 
Sie sich bei Fragen zum Stillen an eine Hebamme, eine ärztin bzw. einen Arzt oder 
an eine Stillgruppe. Unter den Links finden Sie entsprechende Hinweise.


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